In den Septembertagen des Jahres 1226 spürte Franziskus, dass ihm der Tod naht. Er ließ sich, von Krankheit schwer gezeichnet und fast blind, zum Sterben in die Portiunkula tragen, in die kleine Marienkapelle unterhalb von Assisi, die die Wiege seines Ordens war. Dort diktierte er seinen franziskanischen Mitbrüdern einen letzten Vers zu seinem Sonnengesang, die Todesstrophe: „Gelobt seist du, mein Herr / durch unsere Schwester, den leiblichen Tod.“ Es war kein Abgesang; der Sonnengesang war, ist und bleibt eine zarte Hymne – ein Lobpreis auf die Schöpfung, in der sich für den „Poverello“, den kleinen armen Heiligen Franziskus, die Größe und Güte Gottes spiegelt. Etwa 43 Jahre war er alt, als er starb – nackt auf dem Boden liegend, wie er es sich gewünscht hatte.
MeinungKlimaschutzWas der heilige Franziskus die Welt heute noch lehrt

Kolumne von Heribert Prantl
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Als Bronzestatue ist der heilige Franz vor der Basilika in Assisi immer noch präsent. Künstler Norberto Proietti gestaltete 2005 den Ordensgründer mit gesenktem Kopf, als würde er um sich und die Welt trauern.
IMAGO/marco iacobucciDer Ordensgründer aus Assisi hat vor 800 Jahren in seinen letzten Lebenstagen dem Sonnengesang die Todesstrophe hinzugefügt. Ihre Kraft hat die weltberühmte Hymne bewahrt.
