Manchmal können Fotografien in die Zukunft sehen. Als Brigitte Bardot Ende April 1956 während des Filmfestivals am Strand von Cannes mit einem Papagei posierte, war sie noch nicht die berühmte BB, und eine bekannte Tierschützerin war sie schon gar nicht. Das Bild hält sozusagen die Entstehung einer Legende fest. Bardot war zu den 9. Internationalen Filmfestspielen von Cannes gekommen – an diesem Dienstag beginnt schon Ausgabe Nummer 79 –, weil sie ohnehin in der Nähe war und zwischen den Dreharbeiten zu jenen zwei Filmen Zeit hatte, die sie Ende 1956 zur internationalen Berühmtheit machten: „Das Gänseblümchen wird entblättert“ und natürlich „Und ewig lockt das Weib“. Der Dreh begann zehn Tage später ganz in der Nähe, in Nizza und Saint-Tropez.
Das Festival hat sich seither sehr verändert, aber vielleicht verändert es sich ja gerade zurück in das, was es einmal war: Amerikanische Filme spielten nämlich 1956 noch eine sehr untergeordnete Rolle, später dominierten sie jahrzehntelang. Aber diesmal, 2026, nimmt erstmals seit vielen Jahren keines der großen Hollywoodstudios teil. Starlets, wie einst Brigitte Bardot eines war, gibt es aber immer noch. Bardot kam später noch viele Male nach Cannes, immer als Attraktion – einen Preis bekam sie nie.
