Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das erst als Schmerzmittel, später als Rauschmittel Verwendung fand. In den Fünfzigern und Sechzigern wurde die Substanz entwickelt und auf den Markt gebracht. Das potente Analgetikum gibt es als Injektionslösung, Lutschtablette, Nasenspray und Schmerzpflaster. Die Wirkung ist nicht nur auf Schmerzlinderung beschränkt, sondern das Mittel beruhigt, dämpft Hustenreiz und Atemantrieb. Nutzer beschreiben eine euphorisierende Wirkung, auf der Rauscherfahrung und Suchtpotenzial beruhen. Da Fentanyl billiger ist als andere Rauschmittel, wird es oft anderen Drogen zugesetzt. In den USA sterben jährlich zwischen 70 000 und 80 000 Menschen an einer Überdosis Fentanyl. Die Opioidkrise in Nordamerika wird größtenteils mit dem Missbrauch der Droge in Verbindung gebracht; teilweise sammeln Süchtige Schmerzpflaster aus dem Müll der Krankenhäuser. Ausgangsstoffe für Fentanyl stammen mehrheitlich aus China; die Endproduktion liegt meist in der Hand mexikanischer Drogenkartelle. Ob Donald Trumps geplante Zölle für Waren aus China und Mexiko daran etwas ändern, ist zweifelhaft. Der Drogenhandel hat sich selten von der Politik aufhalten lassen.
Aktuelles LexikonFentanyl

Fentanyl ist ein künstlich hergestelltes Opioid, das es auch in Tablettenform oder als Nasenspray gibt.
Rick Bowmer/dpaHochwirksames Schmerzmittel, das auch eine euphorisierende Wirkung hat. Und deshalb als Droge missbraucht wird, die allein in den USA jedes Jahr Zehntausende Menschen tötet.
Von Werner Bartens
