Nun gibt es das „Aktuelle Lexikon“ in der SZ schon so lange, doch dies ist der Tag, an dem es kapituliert: Wo der Eierarsch seinen Ursprung hat, ist unerklärbar. Das Lexikon der Jugendsprache weiß es nicht, die Suchmaschine weiß es nicht, und die KI hilft auch nur so weiter: „Eierarsch ist eine zusammengesetzte Beleidigung aus Eier (umgangssprachlich für Hoden) und Arsch.“ Wahrscheinlich verdankt er seine Existenz dem Bedürfnis von Wolfgang Kubicki, Aufmerksamkeit zu erzeugen, egal wie. Bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war die FDP aus den Landtagen geflogen. Daraufhin erklärte Friedrich Merz die Partei für tot. Daraufhin beschloss Kubicki: „Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen!“ So begründet er jedenfalls nun in einem Podcast, warum er an die Spitze der FDP müsse. Wollen nun auch Politiker, die nicht US-Präsident sind, so über andere reden? Okay, als Mann von der See stand Kubicki ein Wort wie Bissgurkn nicht zur Verfügung. Stinkmorchel war ihm vielleicht zu raffiniert. Aber der Dösbaddel hätte eine Alternative sein können. Die KI schreibt zum Eierarsch übrigens noch: Er sei „nicht salonfähig und sollte in formellen Situationen vermieden werden“.
Aktuelles LexikonWas soll ein Eierarsch sein?

Ein Wort, das der große Aufmerksamkeitserzeuger Wolfgang Kubicki nun in die politische Debatte eingeführt hat. Vorsicht, sagt die KI.
Von Detlef Esslinger