Aktuelles Lexikon:Fascinator

König Willem-Alexander und Königin Máxima in Berlin. (Foto: Sean Gallup/Getty Images)

Eine Kopfbedeckung, die immer passt für Adelige und Paradiesvögel.

Von Tanja Rest

Unwissende kicherten, als der niederländische König Willem-Alexander am Dienstag das Reichstagsgebäude besuchte. Was war es genau, das seine Begleiterin anstelle eines Kopfes auf dem Hals trug - ein nudefarbener Blütenstrauß? Raschelndes Herbstlaub? Ein Schmetterlingsschwarm? Hutfreunde wiederum erkannten sofort, was die Dame da aufgesetzt hatte, die sich als Königin Máxima entpuppte: einen Fascinator. Es handelt sich um die Brosche der Hutmacher, da sie keinem anderen Zweck dient als dem Schmuck. Auf einem Unterbau, der ein Haarreif sein kann oder ein mit Haarklammern befestigtes Kissen, ist ein wippendes Gebinde montiert. Beliebt sind Federn und florale Motive, aber auch Eiffeltürme und ausgestopfte Fasane wurden schon gesichtet. Erfunden haben soll den Mini-Hut die königlich gelangweilte Marie-Antoinette, die eines Tages gekrönt mit Pfauen- und Straußenfedern durch Versailles flanierte. Der verheerendste Fascinator der Modegeschichte saß auf dem Kopf von Prinzessin Beatrice von York, bei der Hochzeit ihres Cousins William mit Kate Middleton. Das blassrosa biomorphe Teil zog so viel Spott auf sich, dass es später für 131 560 US-Dollar versteigert wurde. Passt immer für: Adelige und Paradiesvögel. Sonst bitte nur bei Hochzeiten und Pferderennen.

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