Man könnte sich jetzt aufregen über den Präsidenten Frankreichs, aber eher noch provoziert er Mitleid. Als Gefangener der Befindlichkeiten seiner Landsleute lehnt Emmanuel Macron, der stets so gut und groß reden kann über Europas globale Rolle, das EU-Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Ländern ab. Es ist eines der letzten politischen Projekte, bei denen Macron eine Mehrheit der Franzosen hinter sich weiß. Die Wut der französischen Bauern, die mit ihren Traktoren schon so häufig zugleich Autobahnen und Reformen blockiert haben, könnte diesmal gleich Europas Glaubwürdigkeit beseitigen. Scheitert Mercosur am Widerstand Frankreichs, geht Macron als tragische Figur in die Geschichte ein. Denn eigentlich weiß er es besser.
MeinungEUDas Freihandelsabkommen mit Südamerika darf nicht scheitern

Kommentar von Jan Diesteldorf
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Der Mercosur-Vertrag schüfe einen gemeinsamen Markt für 750 Millionen Menschen – und taugt zum Signal. Nutzen die Europäer diese Chance nicht, können sie ihren Anspruch als weltpolitischer Akteur bald ganz begraben.
