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Ernährungsreport:Heikle Trends

Der Druck auf die Fleischindustrie wird weiter wachsen - zu Recht.

Von Thomas Hummel

Die Deutschen essen mehr regionale Lebensmittel, mehr Bio und mehr Fleisch-Alternativen. Dem Ernährungsreport des Landwirtschaftsministeriums zufolge hat sich der Anteil der Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, innerhalb eines Jahres verdoppelt. Für die Fleischindustrie sind diese Trends heikel. Setzen sie sich nach der Pandemie fort, wird der Veränderungsdruck auf die Branche weiter zunehmen.

Dabei wäre dieser Druck längst da, wäre längst höher, wüssten Verbraucher immer, was sie da eigentlich essen. Doch wer fragt im Restaurant, in der Kantine oder selbst beim Metzger um die Ecke schon nach, wie das Huhn gehalten wurde? Das geplante freiwillige Tierwohlkennzeichen von Ministerin Julia Klöckner dürfte da nur wenig helfen. Zudem ist es teuer für die Steuerzahler.

Reagiert die Agrarindustrie auf die Entwicklungen in der Bevölkerung mit noch mehr Fleischexporten, dürfte sich die Akzeptanz im Inland weiter verschlechtern. Immerhin machen sich EU und Bundesregierung trotz Widerständen auf den Weg, nachhaltiges Wirtschaften von Landwirten finanziell zu unterstützen. Das ist überfällig. Massentierhaltung sollte nicht länger belohnt werden. Stattdessen brauchen gerade kleinere Bauernhöfe Unterstützung, um die Standards zu erhöhen. Das hilft dem Image der Landwirte, und freut viele Kunden.

© SZ/fzg
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