Zwei schwere Erdbeben haben am Mittwochabend den Norden Venezuelas erschüttert. Es wird von großen Verwüstungen und vielen Todesopfern berichtet. Das zweite Beben hatte eine Stärke von 7,5. Doch was bedeutet diese Zahl eigentlich? Der Physiker Charles Richter brachte 1935 Ordnung ins Chaos: Seine Richter-Skala ordnet gemessene Magnituden auf einer Stufe von eins bis zehn ein. Denn wenn die Erde bebt, erfasst ein Seismograf die Stärke der Bodenbewegung und zeichnet sie als Ausschlag auf. Zum Vergleich: Das stärkste jemals gemessene Erdbeben erschütterte im Mai 1960 Chile mit unglaublichen 9,5. Das Beben in Venezuela mit 7,5 gilt damit als großes Erdbeben mit weitreichenden Folgen. Aber so nützlich die Skala auch ist, hat sie ihre Tücken. Richter entwickelte sie ursprünglich für die geologischen Gegebenheiten Kaliforniens. Da sich Bodenbewegungen je nach Region anders verhalten, stößt die Skala bei besonders starken oder weit entfernten Beben an ihre Grenzen. Kein Wunder also, dass Wissenschaftler längst neue Messmethoden entwickelt haben. Wirklich zuverlässig ist die Richter-Skala heute nur noch bei Beben in unmittelbarer Nähe der Messgeräte.
Aktuelles LexikonWas ist die Richter-Skala?

Trümmer, nichts als Trümmer haben die beiden Erdbeben in Caraballeda bei Caracas hinterlassen.
Federico Parra/AFPDer Versuch, die Stärke von Erdbeben wie jene nun in Venezuela nach einem einheitlichen System messbar zu machen. Allerdings stößt dieses auch an Grenzen.
Von Anna Kammerer