Marlene Engelhorn, eine 31-jährige Wienerin, hat den größten Teil ihres Geldes verschenkt. Es war viel Geld, es war sehr viel Geld, es waren 25 Millionen Euro. Sie hatte das Geld von ihrer Großmutter Traudl geerbt, der Nachfahrin eines Mitgründers der BASF. Die junge Frau hat die ererbten Millionen nicht einfach zum Fenster hinausgeworfen, sondern sorgfältig verteilt; genauer gesagt, sie hat es von einem von ihr einberufenen und finanzierten Bürgerrat verteilen lassen. An sechs Wochenenden haben 50 Rätinnen und Räte aus allen österreichischen Bevölkerungsgruppen, zwischen 16 und 85 Jahre alt, in einem Salzburger Hotel darüber beraten. Soeben ist die Verteilung des Geldes bekannt gegeben worden; es fließt, in unterschiedlichsten Beträgen, an 77 Organisationen.
MeinungDeutschlandEigentum verpflichtet! Erst recht, wenn es unverdientes Vermögen ist

Kolumne von Heribert Prantl
Lesezeit: 4 Min.

Warum eine Millionenerbin ihr Geld verschenkt hat – und warum Superreichtum besteuert werden muss. Ein Appell zur Reform der Erbschaftsteuer.
