So war das aber nicht gemeint mit Open Source: Die Gematik, so wirbt Deutschlands Agentur für digitale Medizin, lege besonderen Wert auf Offenheit, Transparenz und Zusammenarbeit. „Das zeigt sich auch in der Open-Source-Kultur des Unternehmens.“ Derzeit kämpft die Gesellschaft aber vor allem gegen zu viel Offenheit – nämlich bei der elektronischen Patientenakte. Die ist nach jahrelanger Vorarbeit und endlosen Diskussionen gerade an den Start gegangen. Und prompt hat der Chaos Computer Club erste Lücken aufgedeckt, denn auf Umwegen könne man an Patientendaten gelangen.
Diese Lücke sei mittlerweile geschlossen, heißt es nun bei der Gematik. Schon 2005 war die „Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte“ gegründet worden. Lange lähmten sich aber Kassen und Ärzteverbände gegenseitig, sie trugen das Unternehmen je zur Hälfte. So kam die schöne Telematik nur schleppend voran. Seit 2019 hält der Bund 51 Prozent der Anteile. Finanziert wird die Gematik über die Versicherten. Im Wesentlichen bleibt die Arbeit der Gesellschaft unsichtbar – bis auf eines: Das elektronische Rezept, kurz E-Rezept, geht auf ihre Arbeit zurück. Sicher auch dank Open Source.
