Kennen Sie den? Wer in den Siebziger- und Achtzigerjahren aufwuchs oder damals schon erwachsen war, kennt selbstverständlich den Schweizer Feuerwehrkommandanten und die Abzeichen auf dessen Uniform. Das zweite von oben, das man bekommt, „wenn man alle Feuerwehrkommandanten der Schweiz privat kennt“. Emil Steinberger spielte ihn, wie auch den Vater, der den Kinderwagen mit dem Baby darin umstülpte, weil doch eine Schraube nicht mehr an ihrem Platz war; oder den Polizisten an der Notrufnummer, der nicht von einem Einbruchsopfer gestört werden wollte, nachts um zwanzig vor drei. Emil ist dieser Lebensbegleiter, den man etwas aus den Augen, aber nie aus dem Blick verloren hatte, und nun ist er wieder da, in einem Film über sein Leben; am Donnerstag ist dieser in den deutschen Kinos gestartet. Man lernt darin, was ein Humorist kann (und was manche Comedians niemals können werden): Menschen beobachten, erst mal leise sein, eine Mimik aufsetzen, die scheinbar quer zum Text steht. 92 Jahre ist Emil Steinberger jetzt, aber seine Ausstrahlung hat nichts von einem alten Mann. So ein Glück, für ihn, für alle.
GeschichtsbildEmil

Es gibt Menschen, die bleiben und bleiben und bleiben, zum Glück. Jetzt ist der 92-jährige Emil Steinberger im Kino zu erleben.
Von Detlef Esslinger
