Eigentlich ist nur das Q seltener, aber in der Welt des Elon Musk begegnet einem das X sehr oft. Die Obsession mit dem Buchstaben treibt den Unternehmer schon lange um. Der Zahlungsdienstleister, den er in den Neunzigern gründete, hieß X.com. Der Name X sei „neu, spannend und offen für Interpretation“, argumentierte Musk damals. Allerdings dachten zu viele Menschen dabei an eine Porno-Website. Die Marke X.com ging in Paypal auf, dessen Verkauf an Ebay Musk Millionen Dollar bescherte. 25 Jahre später muss der nun reichste Mensch der Welt auf Befindlichkeiten keine Rücksicht mehr nehmen. Nachdem er das soziale Netzwerk Twitter 2022 gekauft hatte, nannte er nicht nur einen Konferenzraum „s3Xy“ (im Internet-Slang lässt sich ein E problemlos durch eine 3 ersetzen, das Hirn versteht es ja schließlich noch). Er benannte den ganzen Dienst Twitter in X.com um und beerdigte den kleinen blauen Vogel, der bislang das Logo der Firma gewesen war. X.com gehört nun übrigens zu xAI, Musks KI-Firma, nicht zu verwechseln mit Space-X, seiner Raumfahrtfirma. Einen seiner Söhne – den, der im Frühjahr neben Musk und Donald Trump im Oval Office rumturnte – nannte Musk: X Æ A-12. Er wird liebevoll X gerufen. Man kann sich recht genau ausmalen, was geschieht, wenn dem Mann eine Buchstabensuppe vorgesetzt wird.
Aktuelles LexikonWas verbirgt sich hinter X?

Der Buchstabe steht in der Mathematik für etwas Unbekanntes. Doch in der wirklichen Welt steht er mittlerweile für jemand sehr Bekanntes: Elon Musk hat ihn gekapert.
Von Jannis Brühl