Bis Freitag haben Fußballer bei der Europameisterschaft in Deutschland bereits fünf Eigentore erzielt, die in ihrem Zustandekommen zwischen täppisch und tragisch lagen. Als Eigentor, englisch: own goal (OG), gilt ein gültiger Treffer, bei dem ein Spieler ins eigene Netz trifft, in aller Regel natürlich versehentlich, weil der Ball an ihm abprallt, sein Rückpass zu steil ausfällt und dergleichen. Freilich gibt es bei der Definition gewisse Feinheiten: Ab wann handelt es sich um ein Eigentor, wenn ein Abwehrspieler den Torschuss eines Gegners abfälscht? Wie auch immer, in der Bundesliga hat Hannover 96 im Jahre 2009 einen beachtlichen Eigentorrekord aufgestellt: Beim 3:5 gegen Borussia Mönchengladbach trafen die norddeutschen Spieler dreimal ins eigene Netz. Karim Haggui erzielte gleich zwei dieser Treffer, die von Experten auch wegen ihrer ungewöhnlichen Schönheit und artistischen Perfektion gerühmt wurden – die Schützen standen weit außerhalb des Strafraums. Diese Leistung wurde freilich 2002 in der ersten Liga von Madagaskar noch weit übertroffen. Aus Protest gegen eine Entscheidung des Schiedsrichters in einem vorangegangenen Pokalspiel schossen die Kicker des SOE Antananarivo so oft aufs eigene Tor, dass das Spiel mit 149:0 für den Gegner endete.
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Meist unbeabsichtigter Treffer, deren fünf bereits bei dieser Fußball-Europameisterschaft erzielt wurden.
Von Joachim Käppner
