Aktuelles Lexikon:DOSB

Die Dachorganisation des deutschen Sports, die sich gerade in Grabenkämpfen zerfleischt.

Von David Hopper

Den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gibt es seit 2006. Damals verschmolzen das Nationale Olympische Komitee und der Deutsche Sportbund zu dieser Organisation, seitdem ist der DOSB die übergreifende Dachorganisation des deutschen Sports. Er umfasst 100 Mitgliedsorganisationen - darunter die 16 verschiedenen Landessportbünde, 66 Spitzenverbände (der einzelnen Sportarten) und 18 Verbände mit besonderen Aufgaben (wie der Betriebs- und der Hochschulsportverband). Er repräsentiert insgesamt rund 27 Millionen Mitglieder in knapp 90 000 Sportvereinen. Er vereint Leistungs- und Breitensport, Olympiateilnehmer und Kreisliga-Fußballer unter einem Dach. Seine Hauptaufgabe besteht darin, ihre Interessen zu bündeln, zu vertreten und die deutschen Olympiateams zu organisieren; für eine erfolgreiche Olympiabewerbung wäre er ebenfalls zuständig. So zumindest die Idee. Denn in den Auseinandersetzungen um die Amtsführung des scheidenden Präsidenten Alfons Hörmann, die der Verband aktuell führt, geht es nicht um Sport, sondern um Kultur; um eine "Kultur der Angst", die unter Hörmann geherrscht haben soll. Der Eindruck, den der Verband auf seiner Website von sich selbst erwecken will, lautet übrigens so: "Der DOSB steht für Leistung, Gesundheit, Lebensfreude und Wertevermittlung."

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