MeinungYosef, getötet mit 14Das Recht muss einschreiten. Aber nicht das Strafrecht

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Kolumne von Heribert Prantl

Lesezeit: 4 Min.

Er durfte nur 14 Jahre alt werden: Yosef aus Dormagen, hier ein Foto, präsentiert bei der Trauerfeier am 6. Februar.
Er durfte nur 14 Jahre alt werden: Yosef aus Dormagen, hier ein Foto, präsentiert bei der Trauerfeier am 6. Februar. Federico Gambarini/Federico Gambarini/dpa

In Dormagen soll ein Zwölfjähriger  einen Mitschüler umgebracht haben. Ist das ein Anlass, künftig auch Kinder vor Gericht zu bringen? Nein, etwas anderes wäre viel dringender.

William Shakespeare lässt in seinem „Wintermärchen“ einen alten Schäfer sagen: „Ich wollte, es gäbe gar kein Alter zwischen zehn und dreiundzwanzig, oder die jungen Leute verschliefen die ganze Zeit: denn dazwischen ist nichts als den Dirnen Kinder schaffen, als die Alten ärgern, als stehlen und balgen.“ Pädagogen, Kriminologen und Jugendstrafrechtler haben in den vergangenen Jahrzehnten auf Fachtagungen bisweilen zu diesem gut vierhundert Jahre alten Wort des Dichters gegriffen, um zu belegen, dass Kinder- und Jugendkriminalität altersbedingt sei und dass es gelte, dieser schwierigen Phase mit Toleranz und Gelassenheit zu begegnen. Sie haben dem Gesetzgeber klargemacht, dass verschärftes Einsperren junge Menschen nicht besser macht, sondern verdirbt.

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Kriminalität
:Kind soll 14-Jährigen in Dormagen getötet haben

Die Rechtsmedizin bestätigt, dass der 14-jährige Yosef umgebracht wurde. Er starb an Stich- und Schnittverletzungen. Die Ermittler haben nun einen Verdacht: Ein Zwölfjähriger soll die Tat begangen haben.

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