William Shakespeare lässt in seinem „Wintermärchen“ einen alten Schäfer sagen: „Ich wollte, es gäbe gar kein Alter zwischen zehn und dreiundzwanzig, oder die jungen Leute verschliefen die ganze Zeit: denn dazwischen ist nichts als den Dirnen Kinder schaffen, als die Alten ärgern, als stehlen und balgen.“ Pädagogen, Kriminologen und Jugendstrafrechtler haben in den vergangenen Jahrzehnten auf Fachtagungen bisweilen zu diesem gut vierhundert Jahre alten Wort des Dichters gegriffen, um zu belegen, dass Kinder- und Jugendkriminalität altersbedingt sei und dass es gelte, dieser schwierigen Phase mit Toleranz und Gelassenheit zu begegnen. Sie haben dem Gesetzgeber klargemacht, dass verschärftes Einsperren junge Menschen nicht besser macht, sondern verdirbt.
MeinungYosef, getötet mit 14Das Recht muss einschreiten. Aber nicht das Strafrecht

Kolumne von Heribert Prantl
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In Dormagen soll ein Zwölfjähriger einen Mitschüler umgebracht haben. Ist das ein Anlass, künftig auch Kinder vor Gericht zu bringen? Nein, etwas anderes wäre viel dringender.
