MeinungZweiter WeltkriegJe länger Deutschland die polnischen NS-Opfer hinhält, desto größer wird die Schande

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Kommentar von Daniel Brössler

Lesezeit: 1 Min.

Sinnbild für das Elend, das die Deutschen über Polen gebracht haben – das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
Sinnbild für das Elend, das die Deutschen über Polen gebracht haben – das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Sergei Gapon/AFP

Erst Olaf Scholz und dann Friedrich Merz haben eine „humanitäre Geste“ in Aussicht gestellt. Nur, passiert ist bisher nichts. Und so setzt sich die Bundesregierung einem schlimmen Verdacht aus.

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Viele Deutsche entdecken gerade ihre eigene Familiengeschichte. Mithilfe der, auch von der Süddeutschen Zeitung, gut zugänglich gemachten NSDAP-Mitgliederdatei erfahren sie von Verstrickungen ihrer Vorfahren, die in den Familien lange verdrängt oder verschwiegen worden sind. In Ländern, die wie Polen von Deutschland im Zweiten Weltkrieg überfallen und verwüstet worden sind, war das Schicksal ein anderes. In den Familien blieben Leid und Verlust immer präsent. Gerade in Polen kam das schmerzliche Wissen hinzu, wie wenig in Deutschland über die NS-Verbrechen an der polnischen Zivilbevölkerung bekannt ist. Nun warten die wenigen noch lebenden Opfer auf eine seit Jahren diskutierte „humanitäre Geste“ aus Deutschland.  Je länger die Wartezeit noch dauert, desto größer wird die Schande.

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Historie
:Das Verbrechen im Wald nebenan

In Szpęgawsk, südlich von Danzig, erschoss die SS im Herbst 1939 bis zu 7000 Polen – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gutshof meiner Vorfahren. Trotzdem trat meine Urgroßmutter wenig später in die NSDAP ein.

SZ PlusVon Christian Mayer

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