MeinungGedenkstätten:Deutschland war schon mal weiter

Kommentar von Jörg Häntzschel

Lesezeit: 2 Min.

Vor zwei Jahren in Tansania: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bat um Vergebung für Verbrechen der deutchen Kolonialisten.
Vor zwei Jahren in Tansania: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bat um Vergebung für Verbrechen der deutchen Kolonialisten. (Foto: Bernd von Jutrczenka)

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer streicht das Geld zusammen, das die Erinnerung an die Kolonialverbrechen des Kaiserreiches ermöglichen soll. Seine Begründung ist alles andere als überzeugend.

Deutschland hat sich viel Anerkennung verdient für seine Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte. Dass ein Land im Zentrum seiner Hauptstadt ein riesiges Mahnmal für ein Verbrechen des Staates errichtet, ist alles andere als selbstverständlich. Die Grundlage dafür ist das „Gedenkstättenkonzept“ des Bundes. Claudia Roth wollte als Kulturstaatsministerin dieses Konzept überarbeiten: Erstmals sollte nicht nur an die Taten des Nationalsozialismus und das Unrecht in der DDR, sondern auch an die Kolonialverbrechen erinnert werden, über die in den vergangenen Jahren erstmals breit diskutiert wurde. Zur Verabschiedung ihres Plans kam es nicht mehr.

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SZ PlusVon Jörg Häntzschel

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