MeinungGesellschaftDie Empörung über Merz ist maßlos – und verschwendet Kräfte

Kommentar von Hilmar Klute

Lesezeit: 3 Min.

Kanzler Friedrich Merz im Bundestag.
Kanzler Friedrich Merz im Bundestag. (Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP)

Ja, die Sätze zu Stadtbild und Töchtern waren schwer missglückt. Gut, dass der Kanzler sie nun etwas aufgehellt hat. Doch all die Zornigen sollten endlich aufhören, sich an einem Konservativen abzuarbeiten – und sich lieber den Feinden der Demokratie widmen.

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat kürzlich die hübsche Rempelei gewagt, dass Europa jetzt zum Glück endlich echte Feinde habe, um sich als politisches Gebilde wieder Relevanz und Stärke zu verschaffen. Für Deutschland und seine empörungsbereiten Bürger könnte das in kleinerem Rahmen genauso gelten. Es hat starke Feinde, sie sitzen in den Stadträten, Landtagen und im Bundestag. Würde es nach der Logik gehen, dass eine Gesellschaft ihre so offensichtlichen Feinde mit allen Mitteln aus ihrer Mitte fegt, hätte es in dieser Woche eine bessere Ökonomie des Zorns gegeben, welche die Kräfte der Empörung nicht so maßlos an einen etwas bräsigen Satz des Bundeskanzlers verschleudert hätte.

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