Colleville-sur-Mer ist ein kleines Dorf in der Normandie mit den üblichen Häuschen aus unverputztem Stein, gerade um die 200 Einwohner zählt es. Und doch liegen hier 9386 Menschen begraben – denn hier richtete die 1. US-Armee im Zweiten Weltkrieg ihren zunächst provisorischen ersten Soldatenfriedhof auf europäischem Boden ein. Colleville-sur-Mer liegt am Omaha Beach, einem der fünf Strände, an denen am 6. Juni 1944 mehr als 150 000 Soldaten der Alliierten per Boot und Fallschirm landeten, um von Westen her gegen Hitler-Deutschland zu kämpfen. Es war ein gewagtes Unterfangen: Die meist sehr jungen Männer lieferten sich mit den Deutschen erbitterte Kämpfe an den Küsten. Danach kämpften sie sich Hecke für Hecke durch die Normandie. Bereits in den ersten Tagen fielen enorm viele Männer – auf beiden Seiten -, weshalb alsbald nach der Landung, am 8. Juni 1944, der Friedhof St. Laurent entstand. Heute erinnert dort neben den weißen Kreuzen für die Gefallenen ein Mahnmal an 1557 Vermisste, und dort sprach jetzt US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zum 82. Jahrestag der Landung – und warnte Europa dabei vor Migration.
Aktuelles LexikonColleville-sur-Mer

Ort in der Normandie, an dem am 8. Juni 1944 der erste US-amerikanische Soldatenfriedhof des Zweiten Weltkriegs auf europäischem Boden entstand.
Von Johanna Pfund