CSU:Debakel für Söder

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CSU: Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, und der jetzt zurückgetretene Stephan Mayer (Archivbild)

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, und der jetzt zurückgetretene Stephan Mayer (Archivbild)

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Generalsekretär Stephan Mayer war noch keine drei Monate im Amt und muss schon wieder abtreten - unter peinlichen Umständen.

Kommentar von Johann Osel

Nach dem Desaster bei der Bundestagswahl hat CSU-Chef Markus Söder den Wahlkampf zur wichtigsten aller Wahlen für die CSU längst gestartet. Das ist nach allgemeiner Auffassung in der Partei immer die Landtagswahl in Bayern - und 2023 geht es dabei nicht nur um den Machterhalt der CSU, sondern auch um Söders politisches Schicksal. Bei knapp 32 Prozent, wie im September im Bund, würde man ihn wohl vom Hof jagen. Neben einer Kabinettsumbildung im Februar sollte auch der neue Generalsekretär Stephan Mayer einen Erfolg sichern. "Ländlicher Raum, konservativ, katholisch", beschrieb Söder den Neuen. Etwas plump, dachten da nicht wenige selbst in der eigenen Partei. Andere beobachteten, dass Mayer seither weder in München noch Berlin richtig Profil entwickelte und in den Medien nur mäßig sichtbar war. Es wurde schon geraunt, ob das gut geht mit diesem General?

Jetzt ist Mayers Zeit mit einem Knall vorbei, er tritt zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, sagt er. Dahinter steckt wohl vor allem, dass er einen Reporter der Bunten mit "Vernichtung" gedroht haben soll. Die Illustrierte hatte zuvor über angebliche pikante Details aus seinem Privatleben berichtet. Den Schaden hat jetzt die CSU, den Schaden hat Söder. Ihm wird eigentlich eine hervorragende Menschenkenntnis nachgesagt, ein Gefühl für Stärken oder noch mehr für die Schwächen von anderen. Außerdem gilt Söder als Kontrolletti. Eine derartige Fehlbesetzung mit einem offenbar dünnhäutigen, nicht positiv streitfähigen Parteimanager ist auch ein Debakel für ihn. Als hätte die CSU mit den Maskenaffären nicht schon genug Ballast zu schleppen.

Mayers Berufung im Februar galt innerhalb und außerhalb der CSU mitunter als Notlösung, weil ihre Landtagsfraktion und ihre Landesgruppe im Bundestag nicht gerade übervölkert seien mit Charakterköpfen oder politischen Großdenkern. Das dürfte bei der Nachbesetzung für Mayer nicht anders sein.

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