Sind die Cotswolds echt oder Kulisse? Schwer zu sagen. Jeden Moment, so scheint es, könnte Miss Marple aus einem dieser gelb-grauen Steinhäuser in den Dörfern treten, sie könnte versehentlich mit einem Schaf auf der Straße kollidieren, das sich aus seiner auf einem Hügel grasenden Herde davongestohlen hat. Aber – die Cotswolds sind echt: etwa 2000 Quadratkilometer sanft gewelltes Land östlich der Hafenstadt Bristol, mit Dörfern, mittelalterlichen Türmen und Kirchen. Wer Kontakt zu Einheimischen sucht, sollte im Pub eine Diskussion über den Ursprung des Worts „Cotswolds“ beginnen. Manche sagen, „cot“ beziehe sich auf ein altes Wort für Schafstall, andere behaupten, es sei der Name eines einst hier ansässigen sächsischen Adligen gewesen. „Wold“ bezeichnet in jedem Fall sanfte Hügel. Die Bevölkerung lebte früher gut vom Wollhandel. Heute zieht es Touristen und Prominente in die Region. Was den Bewohnern nicht nur wegen der Immobilienpreise missfällt. Sie sind auch nicht mit jedem x-beliebigen Sommergast einverstanden, wie US-Vizepräsident J. D. Vance dieser Tage feststellen muss. Gegen seinen Urlaubsaufenthalt protestieren zahlreiche Briten.
Aktuelles LexikonWo liegen die Cotswolds?

Englischer geht's kam: Charlbury in den Cotswolds, wo US-Vizepräsident J. D. Vance nun Urlaub macht.
Toby Melville/REUTERSHügelige Region östlich von Bristol, beliebt bei Touristen und Prominenten. Die Bevölkerung jedoch liebt nicht alle, die in diesen Tagen kommen.
Von Johanna Pfund
