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Corona-Bekämpfung:Warum die Nerze sterben müssen

Die Farmen mit den Tieren, die dort auf engstem Raum zusammenleben, sind ein Schmelztiegel für neue gefährliche Viren.

Von Christina Berndt

Es ist eine Horrorvision, die selbst mit Lust am Schaudern schwer zu ertragen ist: Während die Welt gegen Sars-CoV-2 kämpft, könnte schon ein neues Coronavirus auf den Menschen überspringen und eine weitere Pandemie hervorrufen. Genau das, befürchten dänische Behörden, könnte gerade in Jütland passieren. Dort haben sich Arbeiter von Nerzfarmen offenbar mit einem mutierten Sars-CoV-2 angesteckt. Von den Mutationen betroffen sind ausgerechnet die Stacheln des Virus - der Ort also, an dem das Immunsystem nach einer Impfung die Viren unschädlich machen soll. Sämtliche Nerze von sämtlichen Nerzfarmen Dänemarks werden deshalb jetzt getötet, es sind Millionen.

Die Horrorvision ist überzogen - das Töten der Tiere leider nicht. Auch wenn das mutierte Sars-CoV-2 an seiner herausragendsten Stelle verändert ist, ist dies nicht der Beginn einer neuen Pandemie. Es mag sein, dass Impfstoffe gegen dieses Virus weniger wirken, aber nutzlos werden sie nicht. Dazu reagiert der menschliche Körper zu vielfältig auf eine Impfung.

Dennoch ist es richtig, die Nerze zu töten. Die Tiere sind extrem anfällig für Sars-CoV-2 - und die Farmen mit den vielen auf engem Raum lebenden Tieren derselben Art sind ein wahrer Schmelztiegel für neue, gefährliche Varianten des Virus. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis sich in diesen Farmen tatsächlich die nächste Pandemie entwickelt.

© SZ
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