Wenn ein Mensch mit Migrationshintergrund eine schwere Straftat begeht, sind die Reaktionen vorhersehbar. Von rechts wird geplärrt: Flüchtlinge raus. Und der aufgeklärte Teil der Gesellschaft warnt – zum Glück – davor, daraus eine Kollektivschuld zu konstruieren; also etwa wegen der Tat eines Islamisten die Muslime insgesamt in Mithaftung zu nehmen. In diesen Tagen aber ist alles anders. Gerade im aufgeklärten, sich selbst als progressiv empfindenden Teil der Öffentlichkeit scheint die Fähigkeit zur Differenzierung abhandengekommen zu sein. Nicht dort, wo es um Minderheiten geht. Aber dort, wo es um die Hälfte der Bevölkerung geht: Männer.
MeinungFall Christian UlmenMänner jetzt unter Generalverdacht zu stellen, das ist sexistisch

Kommentar von Sara Maria Behbehani
Lesezeit: 3 Min.

Die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann haben völlig zu Recht breites Entsetzen ausgelöst. Aber daraus zieht ein Teil der Gesellschaft einen Schluss, den er im Umgang mit Minderheiten niemals akzeptieren würde.
