Man fühlt sich bei solchen Schlagzeilen ein bisschen zurückversetzt in eine Zeit, in der die Atomkraft neben den Atomkernen auch die Gesellschaft gespalten hat: Die Castoren rollen wieder. Castor steht für „Cask for Storage and Transport of Radioactive Material“, also Lagerungs- und Transportfass für radioaktives Material. 152 dieser Fässer werden seit Dienstagabend vom rheinischen Jülich in ein anderes Zwischenlager nach Ahaus im Münsterland gebracht, jedes einzeln, was Monate dauern dürfte. Die Behälter sind zwar nur 2,70 Meter hoch, aber wegen ihrer dicken Hülle 27 Tonnen schwer. Mitte der Neunziger bis 2011 haben solche Transporte noch Zehntausende Demonstranten mobilisiert. Es war aber mehr ein Protest gegen die Kernkraft an sich als gegen einzelne Verfrachtungen. Der deutsche Atomausstieg ist inzwischen vollzogen, entsprechend überschaubar fiel bei der ersten Castor-Fuhre durch NRW der Protest aus. Die gelben Riesenfässer allerdings werden wohl noch Jahrzehnte in den Zwischenlagern stehen, ehe sie irgendwann mal in ein noch zu findendes Endlager kommen. Spätestens dann wird es noch mal große Castor-Transporte geben.
Aktuelles LexikonWas ist ein Castor?

Transport- und Lagerungsfass für radioaktives Material. Derzeit werden Castoren von Jülich nach Ahaus transportiert. Einer nach dem anderen.
