Die Musterung leitet sich vom Verb „mustern“ ab, sich etwas genau ansehen. Schon Ende des 15. Jahrhunderts tauchte der Begriff bei der Rekrutierung von Landsknechten auf. Damals wie heute geht es um eine Untersuchung der körperlichen und geistigen Tauglichkeit für den Militärdienst. Früher geschah das auf dem Musterplatz, bei der Bundeswehr dann in den Kreiswehrersatzämtern, bei der Nationalen Volksarmee in den Wehrkreiskommandos. Je nach Tauglichkeitsstufe wurde über die Verwendung in den Streitkräften entschieden, T1 ist die höchste Stufe. Bei der neu gegründeten Bundeswehr wurden am 21. Januar 1957 die ersten Wehrpflichtigen gemustert. Ärzte prüften zum Beispiel, ob ein Leistenbruch oder ansteckende Krankheiten vorliegen, nicht selten wurde später mit übermäßigem Kaffee- und Zigarettenkonsum kurz vor der Musterung versucht, die eigene Tauglichkeit nach unten zu schrauben. Heute umfasst die Musterung Freiwilliger eine ärztliche Untersuchung und Computertests, etwa zu kognitiven Fähigkeiten. Kommt es zur Rückkehr der Musterung für alle 18 Jahre alten Männer eines Jahrgangs in Deutschland – man rechnet mit mindestens 200 000 –, soll das in den Karrierecentern der Bundeswehr vonstattengehen.
Aktuelles LexikonWas ist die Musterung?

Ihren Ursprung hat die Untersuchung, wer für den Dienst in den Streitkräften taugt, im Mittelalter. Jetzt steht sie davor, wieder fester Bestandteil im Leben junger Menschen zu werden.
Von Georg Ismar