Am vergangenen Samstag waren die Fans des VfL Wolfsburg kurz davor, ein Spiel der Fußballbundesliga zum Abbruch zu bringen. Ein weiterer Tennisball hätte genügt, die Ansage des Schiedsrichters war klar, noch ein Wurf, und es ist Schluss. Dann hätte der Protest gegen den Einstieg eines Investors in den deutschen Fußball eine neue Eskalationsstufe erreicht und ... Moment mal ... Wolfsburger Fans protestieren gegen einen Investor? Während sie ihr ganzes Fan-Leben lang einen Klub unterstützen, der VW gehört? Müssten sie nicht jedes Wochenende gegen sich selbst protestieren? Und überhaupt: Haben auch die Fans in Köln oder Dortmund nicht mitbekommen, dass Geld und Sport zusammengehören? Wenn man die Fans fragt, sagen die: Doch. Und genau deswegen fliegt der Tennisball auf den Rasen.
MeinungSportAls ob Tennisbälle die Lösung wären
Kommentar von Martin Schneider
Lesezeit: 3 Min.

Der deutsche Profifußball ist ein seltsames Konstrukt: halb Kegelverein, halb Dax-Konzern. Wer bestimmt? Wie man an jedem Samstag sehen muss, spaltet diese Frage so viele Fans und Funktionäre. Es gibt nur einen Weg, sie zu klären.
