Es ist kein besonders großer Zug, der sich am 6. September 1997 in Budapest in Bewegung setzt. Einige Hundert Leute, die sich beim Club Capella gesammelt haben und recht schnell einen knappen Kilometer entlang der Donau zurücklegen. Doch es ist ein Zug von großer Bedeutung: die erste Budapester Pride. Sie heißt damals nicht so, sondern Meleg Büszkeség menet, Marsch des homosexuellen Stolzes, die Initiatoren haben einfach das englische „Gay Pride“ übertragen. In den Folgejahren verändert sich nicht nur der Name, er lautet „Marsch der homosexuellen Würde“, inzwischen einfach „Budapest Pride“ – sondern auch die Dimension des Events. Die Pride wird zur wichtigsten Demonstration der ungarischen LGBTQ-Community, die durch die Politik von Viktor Orbán immer stärkere Ausgrenzung erfährt. Bis hin zum Verbot der Pride, beschlossen im April 2025 vom ungarischen Parlament. Wie auch immer die Veranstaltung aussieht, die die Pride-Initiatoren trotz allem an diesem Samstag abhalten wollen: Sie wird ähnliche Symbolkraft haben wie die Pride 1997.
GeschichtsbildDie Pride in Budapest

„Buzinnek Lenni jó“, auf Deutsch: „Jeder Mensch braucht eine warme Umgebung“ – so formulierten es die Menschen vor 28 Jahren in Budapest auf ihren Plakaten.
Háttér Archiv und Bibliothek, BudapestAn diesem Samstag will die LGBTQ-Gemeinde in Ungarns Hauptstadt ein Verbot umgehen. Ihren Ursprung hatte die Parade vor 28 Jahren.
Von Verena Mayer
