War er auf dem Weg ins Sommerquartier, in die kühleren Gewässer zwischen Schottland, Norwegen, Spitzbergen? Man weiß nicht, was der Buckelwal vorhatte, der sich in die Ostsee verschwommen hat. Was man weiß: Buckelwale, zoologisch Megaptera novaeangliae, sind nicht gefährdet, zählen zur Familie der Furchenwale und auch zu den eifrigsten Reisenden unter den Meeresbewohnern. Die Winter verbringen die bis zu 17 Meter langen und maximal 36 Tonnen schweren Säugetiere in wärmeren tropischen Gewässern, dort paaren sie sich und bringen ihre schon bei der Geburt mehr als vier Meter langen Kälber zur Welt. Mit gemächlicher Geschwindigkeit machen sich die Buckelwale dann im Frühjahr auf in kühlere Gewässer, um sich dort so richtig mit Plankton, Krill oder kleineren Fischen vollzufressen. Die Pigmentierung der Schwanzfluke macht jedes Tier unverwechselbar. Interessant ist der Wal jedoch vor allem als Künstler: Seinen eindrucksvollen Sprüngen, bei denen er einen Buckel macht, verdankt er seinen Namen. Doch man hätte ihn genauso gut Singwal nennen können: Mehr als 600 verschiedene Rufe, Pfeif- und Quietschtöne zählten Forscher bei Buckelwalen.
Aktuelles LexikonBuckelwal

Säugetier aus der Familie der Furchenwale, herausragender Sänger und eifriger Reisender.
Von Johanna Pfund