MeinungBraunauAls ob man die Erinnerung an die NS-Zeit „beseitigen“ könnte – oder gar sollte

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Kolumne von Heribert Prantl

Lesezeit: 4 Min.

So sieht es da jetzt aus: Hitlers Geburtshaus in der „Salzburger Vorstadt 15“. Am 22. Juli zieht offiziell die Polizei dort ein.
So sieht es da jetzt aus: Hitlers Geburtshaus in der „Salzburger Vorstadt 15“. Am 22. Juli zieht offiziell die Polizei dort ein. IMAGO/Daniel Scharinger

Die Polizei zieht demnächst bei Hitler ein: Wie die Republik Österreich versucht, dessen Geburtsstadt zu exorzieren und zu neutralisieren.

Braunau ist ein schönes Städtchen mit einem unglücklichen Namen. Dort gibt es die mächtige und prächtige spätgotische Hallenkirche St. Stephan mit einem beeindruckend hohen Kirchturm, einem der höchsten in Österreich. Dort gibt es die fein renovierten spätmittelalterlichen Bürgerhäuser mit hochgiebeligen Fassaden. „Historisch wertvoll“, schreiben die Reiseführer über die Altstadt von Braunau. Mit dem Haus Nummer 15 in der Straße, die „Salzburger Vorstadt“ heißt, hat dieses Prädikat nichts zu tun. In diesem Haus, in einer der damaligen Mietwohnungen, wurde 1889 Adolf Hitler geboren, als drittes von sechs Kindern des Zollbeamten Alois Hitler und seiner Frau Klara. Dreieineinhalb Jahre später kam die Versetzung des Vaters, und die Familie zog von Braunau nach Passau.

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