Lötkolben in konventioneller Anwendung. (Foto: Tamer ALKIS/Getty Images)
Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro hat zugegeben, seine Fußfessel mit einem Lötkolben bearbeitet zu haben. Mit einem Schweißgerät wäre er womöglich weiter gekommen.
Eigentlich benutzt man einen Lötkolben dazu, zwei Werkstoffe miteinander zu verbinden, und zwar mithilfe eines zu schmelzenden metallischen Bindemittels, Lot genannt. Das geschieht beim Weichlöten für gewöhnlich bei Temperaturen zwischen 200 und 450 Grad, die in der Lötspitze meist durch elektrischen Widerstand oder elektromagnetische Induktion erzeugt werden. Das Lot besteht für gewöhnlich aus einer Zinnlegierung. Eher selten hört man von Versuchen, mit dem Lötkolben Dinge zu zerteilen oder aufzuschneiden. Das Werkzeug der Wahl von Gangstern in einschlägigen Hollywoodproduktionen, wenn sie sich am Ausbruch oder am Öffnen von Tresoren versuchen ist meist das weit potentere Schweißgerät, dessen Flamme ein Vielfaches der Hitze eines Lötkolbens erzeugt, oft mehrere Tausend Grad. Wenig erstaunlich also, dass die Fußfessel von Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro nach der Manipulation mit einem Lötkolben lediglich angeschmort war. Nach Entdeckung des Schadens versicherte Bolsonaro, er habe keineswegs seine Flucht vorbereiten wollen: Die Löt-Aktion habe er nur „aus Neugier“ vorgenommen, ein Motiv, das Hobbyhandwerkern auch anderswo nicht fremd sein dürfte.