Der erste Handelstag an der Börse ist für Unternehmen eine Art Feuertaufe: Dann werden die Geschäftsmodelle und Visionen, die in jeder Firma stecken, erstmals weltweit von Anlegern und Spekulanten mit einem Preisschild versehen und der Aktienkurs spiegelt fortan den Unternehmenswert wider. So ein Börsengang – englisch: Initial Public Offering (IPO) – ist also ein Risiko. Es kann passieren, dass die Aktienmärkte die Zukunft einer Firma kritischer sehen als das Management. Dann fällt der Kurs. Aber es gibt auch einiges zu gewinnen: An der Börse lässt sich schnell viel Geld für neue Projekte einsammeln. Beim Weltraumunternehmen Space-X etwa waren das am Freitag 75 Milliarden Dollar. Ein Börsengang bietet frühen Investoren zudem die Chance für einen sogenannten Exit. Wer Firmen in der frühen Gründungsphase mit Kapital unterstützt, möchte sein Geld irgendwann wiedersehen, gerne mit Gewinn. Und auf dem Börsenparkett finden sich leicht Käufer. In welche Richtung Angebot und Nachfrage den Aktienkurs bewegen, lässt sich dabei kaum vorhersagen. Statistisch betrachtet entwickeln sich die Kurse von Börsenneulingen meist erst einmal schlechter als der gesamte Aktienmarkt. Aber es gibt natürlich Ausnahmen.
Aktuelles LexikonWas ist ein Börsengang?

Anleger und Spekulanten haben das Raumfahrtunternehmen Space-X von Elon Musk am Freitag mit einem Preisschild versehen. Der Aktienkurs spiegelt fortan den Unternehmenswert.
Von Gunnar Herrmann
