Die Bodenpreise steigen seit Jahren dramatisch. Nach der Finanzkrise 2008 hatten sich viele Spekulanten angesichts niedriger Zinsen auf Immobilien verlegt, aufs „Betongold“ also. Sie kauften Grundstücke, um sie später zu höherem Preis wiederzuverkaufen. Weil die Ressource Boden nicht in unendlicher Menge zur Verfügung steht, kann das Angebot nicht mit der Nachfrage steigen. Die Folge: Die Grundstückspreise in vielen Städten ziehen an, und damit die Mieten. Der frühere SPD-Chef Hans-Jochen Vogel, der auch mal Münchner OB und Bundesbauminister war, kämpfte jahrzehntelang vehement gegen Bodenspekulation. „Boden darf nicht dem unübersehbaren Spiel der Marktkräfte und dem Belieben des Einzelnen überlassen werden“, schrieb er 2019 in seinem Buch „Mehr Gerechtigkeit!“. Er forderte, dass der Staat Gewinne abschöpft und der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, wenn der Wert einer Immobilie ohne Zutun der Eigentümer steigt – etwa weil die Stadt in der Nähe eine U-Bahn gebaut hat. Außerdem müsse die Spekulationsfrist von zehn Jahren fallen: Bisher brauchen Privatleute auf ihren Gewinn keine Steuern zahlen, wenn sie eine Immobilie erst nach zehn Jahren verkaufen.
Aktuelles LexikonBodenspekulation

Weil die Ressource Grund nur sehr begrenzt verfügbar ist, kann das Angebot nicht mit der Nachfrage steigen. Und das treibt die Preise - zur Freude einiger weniger Menschen.
Von Claudia Henzler
