Eben noch hatte Blue Origin, die Raumfahrt-Firma, die Amazon-Gründer Jeff Bezos 2000 nach dem blauen Heimatplaneten benannt hat, Grund zu feiern: Die US-Weltraumagentur Nasa hat sich festgelegt, bei ihnen die erste Mondbasis einzukaufen. Doch nur zwei Tage später explodierte eine New-Glenn-Rakete der Firma in einem Feuerball auf der Startrampe am Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Verletzt wurde niemand. Zwar sollte diese Schwerlast-Rakete nichts zum Mond bringen, aber der Zwischenfall zeigt, dass gelungene Starts nicht selbstverständlich sind. Sogar Konkurrent Elon Musk, dessen Raumfahrt-Firma Space-X ebenfalls für eine Mondbasis angetreten war, kommentierte augenscheinlich ohne Hohn: „Raketen sind schwierig.“ Bei einem Test sollten Triebwerke der New-Glenn-Oberstufe eingeschaltet werden, ohne dass die Rakete abhebt. Doch der mit Methan gefüllte obere Teil explodierte. Etwa 50 Satelliten für Amazons Leo, ein Internetnetzwerk im Orbit, hätte die Schwerlastrakete ins All bringen sollen. Für 2027 hat Blue Origin den Auftrag, für die Nasa einen Rover auf den Mond zu bringen. Allein die Reparatur der Startrampe soll Monate dauern und könnte das ambitionierte US-Mondprogramm verzögern.
Aktuelles LexikonBlue Origin

Raumfahrt-Firma von Jeff Bezos, deren Rakete nun am Weltraumbahnhof Cape Canaveral explodiert ist.
Von Theresa Palm