Aktuelles Lexikon:Betzenberg

Berg, der aber nicht als Berg bekannt ist, sondern als Stadion.

Von Detlef Esslinger

Es gibt Orte, bei deren Nennung fällt einem sofort jeweils dasselbe ein. Krombach: Bier. Lübeck: Holstentor. Kaiserslautern: Betzenberg. Die Stadt liegt in einer Senke des Pfälzer Walds, wer auf der Autobahn im Norden an ihr vorbeifährt, muss nur kurz zur Seite blicken; ihn zu übersehen, ist unmöglich. Wobei: Es ist weniger der Berg, den man sieht, sondern eher das Fußballstadion, dieses Trumm obendrauf. Als Synonym für dieses ist der Betzenberg (Offizieller Name: Fritz-Walter-Stadion, Rufname: Betze) berühmt; selbst jenen, die sich wirklich gar nicht für Fußball interessieren, muss man kaum erklären, dass dies das Stadion des 1. FC Kaiserslautern ist. Der war in den Fünfzigerjahren führend in Westdeutschland, spektakuläre Spiele auch danach gaben dem Stadion den Ruf einer Festung. 1973: 7:4 gegen Bayern, nach 1:4-Rückstand. 1982: 5:0 gegen Real Madrid. 1998: Deutscher Meister am Ende einer Saison, die als Aufsteiger begonnen wurde. Zuletzt bröckelte die Festung, der FCK wurde in die dritte Liga durchgereicht. Aber nun: zweite Liga, immerhin. An diesem Freitag darf er die Saison auf dem Betzenberg eröffnen, Hannover 96 ist der Gegner. Was zum eigentlichen Berg noch zu sagen ist: 285 Meter hoch, 50 Meter über der Stadt, in den Pfälzer Wald übergehend. Einen Wildpark gibt es dort auch, aber den kennen nur die Eingeborenen.

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