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Straßenverkehr in Berlin:Die Seele des Autofahrers

Wie der ADAC die Initiative "Berlin autofrei" kommentiert, ist verantwortungslos.

Von Jan Heidtmann

Wenn es um Fragen des Straßenverkehrs geht, dann ist auf den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) Verlass. Damit dort alles am besten so bleibt, wie es ist, meldet sich Europas größter Verkehrslobbyverband immer dann zuverlässig zu Wort, wenn die Seele des Autofahrers bedroht ist. Doch wie der ADAC nun die Initiative "Berlin autofrei" kommentiert, ist verantwortungslos.

Die Aktivisten von "Berlin autofrei" haben im Frühjahr einen ausgefeilten Vorschlag vorgelegt, wie der Verkehr in der Innenstadt drastisch reduziert werden könnte. Von 2027 an dürften Privatleute dann nur noch zwölf Mal im Jahr das Auto innerhalb des S-Bahn-Ringes benutzen. Ausgenommen wären neben anderen Gewerbetreibende, Krankentransporte, Menschen mit Behinderung und Taxis. Der Vorschlag hat sicherlich einige Tücken, man kann ihn auch als zu radikal ablehnen. Doch nicht so wie der ADAC. 77 Prozent der Berliner hätten sich gegen die Initiative ausgesprochen, argumentiert der Verband. Deshalb sei sie vermutlich verfassungswidrig. Befragt wurden gerade einmal 100 Personen.

Bereits 2019 hat das Land Berlin die Klimanotlage für die Stadt festgestellt, Woche für Woche wird im Verkehr Berlins ein Radfahrer mindestens schwer verletzt. Das sind nur zwei Fakten, die der fadenscheinigen Argumentation des ADAC gegenüberstehen.

© SZ/fzg
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