Wer am Sonntag in Dublin war und in einem Pub das Finale der French Open ansehen wollte, hatte keine Chance. Überall lief das Hurling-Spiel zwischen Cork und Limerick. Der Männersport ist die populärste Disziplin auf der irischen Insel, und das seit keltischen Ewigkeiten. Die Unesco hat diesen – zusammen mit Camogie, der Variante für Frauen – 2018 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Athleten benutzen Schläger (Hurleys), die traditionell aus Eschenholz gemacht werden und an Hockey-Schläger erinnern, sowie einen Lederball (Sliotar) in der Größe eines Baseballs. Ziel des Feldspiels ist es, den Ball mit dem Schläger möglichst oft in (drei Punkte) oder direkt über (ein Punkt) das gegnerische Tor zu schießen. Auf dem Weg zum Tor dürfen die 15 behelmten Spieler je Team den Sliotar mit der flachen Hand zum Mitspieler passen, mit dem Fuß schießen oder vier Schritte lang in der Hand halten. Für längere Läufe müssen sie den Ball auf dem Schläger balancieren. Am Montag rettete ein Hurley einem Menschen womöglich das Leben. In Belfast stoppte ein Nordire mit seinem Schläger einen Mann, der mit einem Messer auf sein Opfer einstach.
Aktuelles LexikonWas ist Hurling?
Ein Sport keltischen Ursprungs, der sich auf der irischen Insel größter Beliebtheit erfreut. Und der nun auch im Zusammenhang mit den Krawallen in Belfast in den Nachrichten ist.
Von Martin Wittmann