Gegen Ende der Pandemie schlich sich das Wort „hybrid“ in den Sprachgebrauch vieler Büroangestellter. Konferenzen und regelmäßig wiederkehrende Treffen wurden fortan „hybrid“ veranstaltet, also sowohl in Präsenz als auch zugeschaltet von irgendwo. Zuvor war der Begriff den meisten wohl nur in der Garage begegnet, in Gestalt des Hybridautos mit seinem Mix aus Verbrenner- und Elektromotor.
Hybrid steht also für etwas Vermischtes, aus zweierlei Herkunft Stammendes. Im Griechischen hatte das Wort einst abwertenden Charakter, entlehnt ist es vom Begriff „hybris“, der „Hochmut“ bedeutet, ja mehr noch: „frevelhafte Vermessenheit gegenüber den Göttern“, wie das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache schreibt. Im Lateinischen steht „hybrida“ für Mischling oder Bastard.
Ist ein Hybrid also etwas eigenständig Neues oder nur ein Mischmasch, nichts Halbes und nichts Ganzes? Kriegsherren machen sich Uneindeutigkeit zunutze. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt spricht in Leipzig von einem „hybriden Anschlagsszenario“. Verdeckte Operationen sind typisch für hybride Kriegsführung. Neu ist diese aber nicht. Schon die Sage vom Trojanischen Pferd beschreibt eine getarnte Aggression.

