Im bayerischen Kelheim, hoch über der Donau, steht die Befreiungshalle. Nach langen Gerichtssitzungen bin ich da, es ist lange her, gern hinaufspaziert; damals war ich, es war vor meiner Journalistenzeit, ein paar schöne Jahre lang Richter am dortigen Amtsgericht. Diese Befreiungshalle kommt mir in den Sinn, wenn ich als politischer Kommentator zu den Jahrestagen der Befreiung schreibe – also zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und zum Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai. Die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager durch die Soldaten der alliierten Truppen, die Befreiung von der NS-Herrschaft, die Befreiung vom Grauen des Zweiten Weltkriegs ist jetzt achtzig Jahre her. Am 7. Mai 1945 unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl im Hauptquartier von US-General Dwight D. Eisenhower im französischen Reims die Urkunde mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches. Die Zeremonie wurde am folgenden Tag im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst wiederholt; dort unterschrieb Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht. In Russland wird dieser Tag als Feiertag begangen.
MeinungAfDDeutschland hat sich in den vergangenen 80 Jahren vom Nazismus nie ganz befreit
Kolumne von Heribert Prantl
Lesezeit: 4 Min.

Der Erfolg der extrem rechten Partei macht Gesinnungen sichtbar, die immer schon da waren. Die Republik lernt gerade, dass nichts sicher ist.
