Die Bazooka gehört zu jenen ehemals neuartigen Waffen, die im Zweiten Weltkrieg neu zum Einsatz kamen. Amerikanische Soldaten feuerten mit dieser Handwaffe raketengetriebene Munition auf gepanzerte Fahrzeuge und Bunker. Sie sieht ähnlich aus und heißt deshalb auch wie das heute fast vergessene Blasinstrument, das der US-Schauspieler Bob Burns Anfang des 20. Jahrhunderts erfand: eine große Tröte, die wie eine Posaune gespielt wird. Heute leiht die nach dieser Tröte benannte Waffe regelmäßig politischen Maßnahmen ihren Namen, wenn man ihnen eine gewisse Wucht attestieren will. Das war so während der Corona-Pandemie im Jahr 2020, als der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) unbegrenzte staatliche Kredithilfen für Unternehmen als „Bazooka“ bezeichnete. Und es ist diese Woche aktuell, wenn es um Europas Antwort auf Trumps Grönland-Zolldrohungen geht: Stellt die EU ihr Gesetz gegen wirtschaftliche Erpressung – das „Anti-Coercion Instrument“ – scharf, zückt sie also die „Handels-Bazooka“? Sie ermöglicht fast unbegrenzte Reaktionen auf Zwangsmaßnahmen, bis hin zu Importstopps und Investitionsverboten. Ähnlich der Original-Bazooka macht dieses Instrument bisher vor allem Lärm. Und eingesetzt wurde es noch nie.
Aktuelles LexikonWas ist eine Bazooka?

Ein Musikinstrument oder eine panzerbrechende Waffe, die erstmals im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Heute wieder en vogue als Sprachbild der politischen Rhetorik.
Von Jan Diesteldorf