Wenn der Bauch sich meldet, hat er oft mehr als Hunger anzumelden. Er hilft, Entscheidungen zu treffen, Informationen zu beurteilen oder blitzschnell Antworten auf teils komplexe Fragen zu geben. Natürlich erledigt nicht die Speiseverwertungsregion in der Leibesmitte diese Denkaufgaben, der Bauch wirkt hier im bildlichen Sinne. Die Rede ist vom Bauchgefühl, das auch als Intuition bezeichnet wird. Der Psychologe Daniel Kahneman hat es einst als schnelles Denken oder „System 1“ beschrieben. Dieses arbeitet automatisch, schnell, weitgehend mühelos und entzieht sich einer willentlichen Steuerung, im Gegensatz zum bewussten Denken, das Mühe und Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert. Das Bauchgefühl meldet zum Beispiel binnen Sekundenbruchteilen, ob ein Mensch sympathisch erscheint. Und es gibt Rückmeldung, ob sich eine Entscheidung gut oder schlecht anfühlt, und greift dabei unterschwellig auf den individuellen Erfahrungsschatz zurück – was noch nichts über die Qualität einer darauf basierenden Entscheidung aussagt. Das gilt auch für den Entschluss des CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann, auf das Amt des Wirtschaftsministers zu verzichten, den er mit seinem Bauchgefühl begründet hat.
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Die Körperzone, auf die es bei Entscheidungen oft ankommt – hier fotografiert bei CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann.
Annette Riedl/Annette Riedl/dpaIst mein Gegenüber sympathisch? Soll ich Wirtschaftsminister werden oder lieber CDU-Generalsekretär bleiben? Über einen Faktor bei Entscheidungen – auch bei Carsten Linnemann.
