Man kann dem Koala nur wünschen, dass noch möglichst lange kein Impfgegner australischer Gesundheitsminister wird, denn dann wär’s vielleicht bald wieder vorbei mit dem derzeit für ihn geplanten Rettungsprogramm. Vor allem den sexuell übertragbaren Chlamydien ist es – neben Buschfeuern, Pelzjägern, Straßenverkehr und Giftspritzern – ja zu verdanken, dass die Population des endemischen Eukalyptusblatt-Fressers in den vergangenen Jahrzehnten von mehreren Millionen auf derzeit 60 000 Exemplare zurückgegangen ist. Die auch von Mutter auf Jungtier übertragbaren Bakterien führen bei den sensiblen Beutelsäugern (Koalas sind keine Bären!) zu Unfruchtbarkeit und Tod.
Doch jetzt hat die zuständige Veterinärbehörde erstmals einen Koala-Impfstoff zugelassen, der vom kommenden Jahr an im Kampf gegen Chlamydien eingesetzt werden soll. Das ist gut, denn neben dem Känguru bleibt das Tier (dessen Name aus einer Sprache der Aborigines stammt und in Anspielung auf seinen geringen Durst „ohne Wasser“ bedeutet) eine australische Ikone. Vielleicht auch deshalb, weil es einen Großteil seines Lebens schlicht verschläft. Diese wohltuende Gelassenheit darf allen politischen Hitzköpfen gerade jetzt wieder als Vorbild dienen.

