Schon seit den Sissi-Filmen hört man vermeintlich echtes Ungarisch im Fernsehen, aber auch in „Piroschka“ (die man eigentlich Piroska schreibt) wurde versucht, die Zuschauer mit ungarischem Sound und ellenlangen Ortsnamen (Hódmezővásárhelykutasipuszta!) zu unterhalten. Die Schauspieler enttarnten sich als Nicht-Ungarn, sobald sie den Mund aufmachten; bis auf Lilo Pulver, die als Schweizerin das r ordentlich rrrollte.
Der Name von Orbáns designiertem Nachfolger Péter Magyar (nach ungarischer Schreibweise: Magyar Péter) wird außerhalb Ungarns mehr oder weniger falsch ausgesprochen, aber wenn man einige Grundregeln des Ungarischen beachtet, kommt man der korrekten Aussprache nahe. Zuerst: Betonung immer auf der ersten Silbe. Immer. Das ungarische a ist geschlossen, ein Zwischenwesen aus deutschem a und o, im Gegensatz zum offenen a, das im Ungarischen als á geschrieben wird. Das r wird selbst am Wortende gerollt, nicht verschluckt.
Die Buchstabenpaare gy, ly, ny und ty bereiten dem Nicht-Muttersprachler die meisten Schwierigkeiten. Das y weicht jeweils den vorangegangenen Konsonanten auf, aus ny wird ein nj, aus ly ein j (daher das Missverständnis, dass man gulyás als Gulasch und nicht als Gujasch auszusprechen habe). Das gy hat im Deutschen keine Entsprechung, am ehesten kann es wie dj ausgesprochen werden, wird aber hinten am Gaumen gebildet. Dass sz ausgesprochen wird wie s (Szegediner Gulasch), cs wie tsch und zs wie das französische je – nur noch Übungssache.
Nachdem der Herausforderer (also Peter Modjarrr) die Wahl gewonnen hat, könnte sein Name nun Programm sein: Magyar bedeutet Ungar. Ungarn heißt auf Ungarisch: Magyarország.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 1. April. Er wurde nach der ungarischen Wahl aktualisiert.
