Wieder ist ein Ordensmann Papst, ein Augustiner diesmal. Robert Francis Kardinal Prevost, nun Leo XIV., trat der Ordo Sancti Augustini (OSA) 1977 bei, 1981 legte er die ewige Profess ab. Zumindest der obere Teil der alten Mönchstracht, schwarzer Habit mit Kapuze und Ledergürtel, ist wohl vielen Biertrinkern von einem Flaschenetikett vertraut. Seit der Spätantike gab es Eremitengruppen, die sich auf Augustinus von Hippo beriefen, einen der Kirchenväter – er war bedeutsam für die Idee von der „Erbsünde“. Der Orden, der überdauerte, entstand im 13. Jahrhundert. „Zuallererst sollt ihr einmütig zusammenwohnen wie ein Herz und eine Seele auf dem Weg zu Gott“, lautet die erste Regel des Augustinus. Auch Verzicht auf persönlichen Besitz ist Teil der „Augustinusregel“. 1256 entstand das erste deutsche Augustinerkloster, heute gibt es fünf Konvente. Martin Luther, der mit der Reformation den Orden und die ganze Kirche in die tiefste Krise stürzte, war bisher wohl der berühmteste Augustiner. Als Spanien und Portugal im 16. Jahrhundert ihre Kolonialreiche in Südamerika erbeuteten, gingen Augustiner als Missionare dorthin, 1551 gründeten sie einen Konvent in Peru, dem Land, in dem auch Prevost lange tätig war. Heute nennt der Orden Seelsorge, Jugendarbeit, Gemeindepastoral sowie Bildungsarbeit, Wissenschaft und Augustinusforschung als Felder.
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Ein kirchlicher Bettelorden, der unter anderem drei Berühmtheiten hervorgebracht hat: Martin Luther, ein Münchner Bier und Papst Leo XIV.
Von Andrea Bachstein
