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Astra Zeneca:Die Klage muss sein

Viele Europäer wollen den Impfstoff der Firma nicht mehr. Trotzdem ist es richtig, dass die EU auf die zugesagte Menge besteht.

Von Karoline Meta Beisel

Die EU-Kommission erhebt Klage gegen Astra Zeneca - noch vor ein paar Monaten hätte sich darüber niemand gewundert. Mehrmals hatte das Unternehmen zugesagte Lieferungen einseitig gekürzt und dadurch Impfkampagnen in ganz Europa vermasselt. Noch dazu hatten sich die Chefs mit Ausreden zu rechtfertigen versucht. Inzwischen aber hat der Ruf nicht nur des Unternehmens gelitten, sondern auch der seines Impfstoffs. Aus Angst vor extrem seltenen Nebenwirkungen wollen sich viele Europäer inzwischen lieber mit anderen Impfstoffen immunisieren lassen.

Trotzdem ist es richtig, dass die EU-Kommission jetzt die Lieferung der ausstehenden Impfdosen einklagt. Denn zum einen gibt es nach wie vor Millionen Menschen, die sich auch mit Astra Zeneca liebend gerne impfen lassen würden. Und die Firma könnte der EU durchaus mehr liefern, wenn sie nur wollte - in Großbritannien hat das Unternehmen seine Lieferungen jedenfalls nicht gekürzt.

Zum anderen will die EU-Kommission erklärtermaßen nicht nur Europa, sondern auch dem Rest der Welt bei der Impfstoffbeschaffung helfen, und bisher erhalten arme Länder nur einen Bruchteil der weltweit verfügbaren Dosen. Auch darum wäre es falsch, auf bereits erworbene Ansprüche zu verzichten.

© SZ
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