Aktuelles LexikonAsperger-Syndrom

Betroffene haben Probleme bei der sozialen Interaktion. Oft sind sie auch sehr intelligent.

Von Johanna Pfund

Vor einem Jahr ließ Elon Musk die Welt wissen, dass er das Asperger-Syndrom habe - auf einer angemessen großen Bühne, nämlich der amerikanischen "Saturday Night Live Show". Dem Publikum half er gleich, dies einzuordnen: Er sei wohl der Einzige mit dieser Erkrankung, der eine solche Show moderiere, jedenfalls der Einzige, der es eingestehe. Diese Aussage könnte man als Angeberei verstehen, sie ist vielleicht aber auch Beleg für das Asperger-Syndrom. So bezeichnet wird eine Form des Autismus mit vielfältigen und teils schwer greifbaren Erscheinungsformen, die sich bei Kindern oft erst im Alter von drei Jahren oder später zeigen. Das Spektrum reicht von Problemen in der sozialen Interaktion über eingeschränkte Mimik bis zur mangelnden Fähigkeit, Gespräche zu führen. Andererseits zeichnen sich Betroffene oft durch extremes Interesse an bestimmten Themen aus, außerdem durch hohe Intelligenz. Benannt ist das Syndrom nach dem österreichischen Kinderarzt Hans Asperger, der es in seiner 1944 erschienenen Habilitation über "autistische Psychopathen im Kindesalter" beschrieb. Aspergers Arbeit wurde erst in den Achtzigern von Lorna Wing fortgesetzt. Musk ist nicht der einzige prominente Asperger-Betroffene, auch die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg zählt dazu.

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