In klobige weiße Raumanzüge gekleidet machte sich die Crew der Apollo-8-Mission am 21. Dezember 1968 auf den Weg in die Raumkapsel. Die drei Männer, Frank Borman, James Lovell und William Anders, flogen ins All und wurden die ersten Menschen, die jemals die Rückseite des Mondes erblickten. Zehnmal umkreisten sie den Erdtrabanten. An Heiligabend lasen die drei Astronauten aus dem Buch Genesis.
Ein Bibelzitat hat die Artemis-2-Crew in der vergangenen Woche auch verschickt, aber streng genommen hat sie keine ganze Mondumrundung geschafft. Im Gedächtnis bleiben ein schwebendes Nutella-Glas im Livestream und die peinliche Stille im Videocall mit Donald Trump. Das strahlende Raumanzugweiß der Pioniere von 1968 ist einem vernünftigen Orange gewichen, das die Astronautin und Astronauten nach der Landung im Pazifik gut sichtbar macht.
Aber trotz Unterschieden in der Ästhetik überwiegt die Parallele: Apollo 8 bereitete mit dem Testflug die erfolgreiche Mondlandung 1969 vor. Die aktuelle Mission der US-Raumfahrtagentur Nasa soll ein Schritt sein, der den Menschen wieder auf den Mond bringt. In den frühen Morgenstunden des Samstags soll die Orion der Artemis-2-Mission im Pazifik landen.

