Wir erleben, wie sich Krise auf Krise türmt. Wir erleben, wie die Angst grassiert. Wir erleben, wie die politische Gestaltungskraft verkümmert. Wir erleben, wie der religiöse Trost immer löchriger wird. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zehntausend junge Leute nach ihren Zukunftsvorstellungen befragt; mehr als die Hälfte von ihnen meint, die Menschheit sei dem Untergang geweiht; zwei Drittel ängstigen sich so, dass es ihr alltägliches Leben überschattet. Zu dieser Verschattung gehört, dass der Wunsch, Kinder zu bekommen, signifikant abnimmt. Die herrschende Grundstimmung läuft darauf hinaus, dass die Welt angesichts von Kriegen, Pandemien und Hungersnöten, angesichts von Terror, Klimakollaps und Überbevölkerung nicht zu retten sei.
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Kolumne von Heribert Prantl
Lesezeit: 4 Min.

Wilfried Hiller hat eine Endzeit-Oper komponiert. Nicht, um Angst zu machen. Sondern, um dagegen anzutreten.
