Die Unbekümmertheit des ersten Augenblicks, festgehalten in einem Bild vom 29. Mai 2007, dem Tag, als die in Bremen geborene Debütantin Angelique Kerber in Paris die große Bühne ihres Sports betrat: Sie war 19 Jahre alt, hatte sich in der Weltrangliste, der Himmelsleiter des Tennis, Sprosse um Sprosse zu den besten einhundert Spielerinnen vorgearbeitet und durfte bei den French Open erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers den Schläger schwingen. Es war der Beginn einer Weltkarriere, auch wenn sie gleich gegen die Russin Jelena Dementjewa verlor. Angelique Kerber, in Kiel in einer Tennisfamilie aufgewachsen, kehrte Jahr für Jahr zu den Sandplätzen von Paris zurück, ihre größten Triumphe aber erstritt sie andernorts: in Melbourne, wo sie 2016 ihren ersten Grand-Slam-Titel gewann, in New York, wo im selben Jahr der zweite folgte, und 2018 beim Wimbledonsieg. In Paris, wo alles begann, wo sie nie gewinnen konnte, hat sie in dieser Woche, 36 Jahre alt, im Olympiaturnier ihre Karriere beendet, noch einmal voller Leidenschaft und mit fulminanter Schlagkunst.
GeschichtsbildAuf der Himmelsleiter des Tennis

Angelique Kerber spielt 2007 in Paris erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Nun beendet sie in dieser Stadt ihre sportliche Karriere.
Von Barbara Klimke
