Dionysos hätte es bald schwer. Seine Feste würden zur Gefahrenzone erklärt, die Becher mit Warnhinweisen versehen, der kollektive Rausch Thema eines Präventionsgipfels. Der griechische Gott des Weines, verkannt als Schutzpatron des Exzesses, steht unter gewaltigem Rechtfertigungsdruck. Die Weltgesundheitsorganisation porträtiert Europa als Kontinent der Trunkenbolde, von denen Hunderttausende früh an Krebs sterben, verursacht vom Alkohol. Deutschland hat ein Alkoholproblem, es steht in der Spitzengruppe der Länder mit dem höchsten Konsum. Wein, Bier und Schnaps werden als Kulturgüter romantisiert und das Leid – Krankheiten, Todesfälle im Rausch, die Folgen von Trunkenheitsaggression – wird verharmlost.
MeinungAlkoholMündige Bürger, mündige Trinker

Kommentar von Jan Diesteldorf
Lesezeit: 2 Min.

Ja, der Bier- und Wein-Konsum der Deutschen ist immer noch alarmierend. Einerseits. Und andererseits: Verbote sind der falsche Weg. Auch, weil die Zahlen zurückgehen.
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