Angehörige des Berbervolkes, das die Welt als Tuareg kennt, nennen sich selbst ganz anders: Je nach Region bezeichnen sie sich als „Imajeghen“, „Imuhagh“ oder „Imushagh“, was so viel heißt wie „die Freien“. Mutmaßlich ist das Wort Tuareg vom berberischen Begriff Targa abgeleitet, er bezeichnet eine Region in Libyen. In diesen Tagen ist von diesem traditionellen Wüstenvolk wieder häufiger die Rede, einige Gruppen der Tuareg sind an der Offensive gegen die Armee in Mali beteiligt. Sie gelten den dortigen Machthabern als Separatisten, die den Norden Malis als eigenes Gebiet beanspruchen, zumindest eine starke Autonomie fordern. Schätzungen über die Große des Volkes schwanken, sie reichen von einer bis drei Millionen. Sie verteilen sich über die afrikanischen Staaten Algerien, Libyen, Mali, Niger bis nach Burkina Faso. Traditionell lebten sie nomadisch, züchteten Kamele, Ziegen, Rinder und kontrollierten Handelsrouten quer durch die Sahara. Manche sind Mittelsmänner im lukrativen Handel geblieben, mutmaßlich sind einige Netzwerke in jene Schmuggelgeschäfte verwickelt, die am allermeisten abwerfen: Menschen, Waffen und Drogen.
Aktuelles LexikonWer sind die Tuareg?

Traditionsreiches nordafrikanisches Wüstenvolk, jetzt im Mittelpunkt neuer Kämpfe gegen die Regierung in Mali.
Von Arne Perras